Die Ikano Bank wurde in Schweden wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Geldwäschebekämpfung mit einer Geldstrafe von 140 Millionen SEK belegt.

Das Bannerbild zeigt das Logo der Ikano Bank und die schwedische Flagge | complycube

Am 17. Juni 2026 wurde das schwedische Unternehmen Ikano Bank AB von der schwedischen Finanzaufsichtsbehörde Finansinspektionen wegen Verstößen gegen das schwedische Gesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (2017:630) mit einer Geldstrafe von 140 Millionen SEK (1.700.150 USD) belegt.

Hintergrund: Die Ikano Bank AB wurde 1995 von Ingvar Kamprad, dem Gründer von IKEA, gegründet. Die Bank bietet Finanzdienstleistungen für ein breites Portfolio führender Kunden an, darunter Volkswagen, Audi, Linex und Shell.

Was ist eigentlich schiefgelaufen?

In einer Stellungnahme der Finanzaufsichtsbehörde Finansinspektionen wurden vier klare Mängel im Geldwäschebekämpfungsprogramm der Ikano Bank aufgezeigt. Erstens verfügte das Unternehmen über unvollständige Risikobewertungen. Es fehlte eine umfassende Bewertung des Risikos seiner Produkte. Ohne eine klare produkt- oder dienstleistungsspezifische Risikobewertung konnte die Bank die spezifischen Warnsignale nicht erkennen, die im Falle potenzieller Geldwäscheversuche durch Kriminelle ausgelöst worden wären.

Die Schlagzeile lautet: 'Ikano Bank droht Millionenstrafe in Geldwäschefall“ mit einem Bild von Ingvar Kamprad, dem Gründer der Ikano Bank und von IKEA, auf der rechten Seite.

Zweitens berücksichtigte die Bank keine Risikofaktoren, die mit ihren tatsächlichen Firmenkunden in Zusammenhang stehen. Dies bedeutete, dass das Unternehmen nie realistisch definiert hatte, was einen Kunden als niedriges, mittleres oder hohes Risiko einstuft. In der Praxis könnte dies dazu führen, dass ein Kunde mit hohem Risiko denselben Sorgfaltsprüfungen unterzogen wird wie ein Kunde mit niedrigem Risiko, obwohl von ihm ein höheres Risiko ausgeht.

Wichtigste Fakten: Im Jahr 2023 überprüfte Dänemark die dänische Niederlassung der Ikano Bank und stellte fest, dass die Dokumentation der wirtschaftlich Berechtigten unzureichend war und die Verfahren zur Kundenkenntnis mangelhaft. Drei Jahre später fand Schweden dieselben Probleme, was auf ein systematisches Defizit im Bereich der Geldwäschebekämpfung hindeutet.

Drittens hatte die Ikano Bank die von den Aufsichtsbehörden aktualisierten Methoden zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht angemessen geprüft oder integriert. Daher behielt das Unternehmen veraltete Systeme bei, anstatt sie auf Grundlage neuer Informationen der schwedischen Behörden zu den sich wandelnden Taktiken von Kriminellen bei Finanzkriminalität weiterzuentwickeln. Dies bedeutete, dass die Systeme der Ikano Bank neue Warnsignale der Aufsichtsbehörden nicht erkannten.

Schließlich hat das Unternehmen nicht ausreichend Informationen gesammelt, um die Maßnahmen zur verstärkten Sorgfaltspflicht (Enhanced Due Diligence, EDD) umzusetzen. Dies deutet darauf hin, dass es dem Unternehmen nicht gelungen ist, wichtige Informationen wie den Zweck der Geschäftsbeziehung, die Herkunft der Mittel und des Vermögens sowie Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten zu erheben. Infolgedessen konnten risikoreiche Kunden oder Unternehmen ohne ordnungsgemäße Überprüfung auf Finanzdienstleistungen zugreifen.

Finansinspektionens AML Enforcement Surge

Die schwedische Finanzermittlungsbehörde (FIU) hat in den letzten Monaten hohe Geldwäschestrafen verhängt. Erst letzten Monat, Norion Bank Wegen Verstößen gegen die Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wurde eine Strafe in Höhe von 90 Millionen SEK (1.700.975 Mio. USD) verhängt. Die Aufsichtsbehörde betont ausdrücklich ihren Fokus auf Sektoren mit erhöhtem Geldwäscherisiko.

Wie Finanzunternehmen Geldwäsche verhindern, ist eine Priorität Ein Problem für die schwedische Finanzermittlungsbehörde (FIU).

Für Unternehmen in regulierten Märkten verdeutlicht dieser Fall die Bedeutung strenger, produktspezifischer AML-Rahmenwerke. Unternehmen müssen genau analysieren und verstehen, wie Kunden bestimmte Produkte zur Geldwäsche missbrauchen können.

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