Am 21. Juli 2026 nahmen die malaysischen Behörden am internationalen Flughafen Kuala Lumpur einen 28-jährigen Mann wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Geldwäschenetzwerk fest, das es auf singapurische Bankkonten abgesehen hatte.
Laut der Polizei von Singapur (SPF) teilte die MariBank den Behörden entscheidende Informationen mit, die zur Zerschlagung des illegalen Netzwerks und zu den Festnahmen beitrugen. Die Festnahmen erfolgten nicht über Nacht. Erfahren Sie mehr im Folgenden.
Die Vorgeschichte des berüchtigten illegalen Netzwerks
Die SPF stellte fest, dass der Informationsaustausch zwischen MariBank und dem Anti-Scam Center zur Operation FRONTIER+ III beigetragen hat, einer koordinierten Allianz zwischen singapurischen und malaysischen Behörden.
Mithilfe eines Teils dieser Informationen konnte das gemeinsame Bündnis ein in Malaysia ansässiges Syndikat aufdecken, das Geldwäschekonten zur Verfügung stellte, um illegale Geldflüsse zu verschleiern. Im März dieses Jahres durchsuchten malaysische Behörden die Räumlichkeiten des Syndikats und beschlagnahmten 83 Mobiltelefone, 45 Banksicherheitsmarken und einen Computer mit der vom Syndikat genutzten Betriebssoftware.
Die Privatwirtschaft ist ein wichtiger Partner in dieser Kampf gegen Betrug.
Die beschlagnahmten Gegenstände gaben Einblick in die Arbeitsweise des Syndikats. Sie ermöglichten es den Mitgliedern, mehrere Bankkonten unter verschiedenen Identitätsdaten zu führen. Die Rolle der MariBank war bedeutend und verdeutlichte den Unterschied zwischen Geldwäschewarnungen und nachweisbaren Erkenntnissen über Finanzkriminalität.
Der leitende stellvertretende Polizeikommissar Justin Wong erklärte: “Die Privatwirtschaft ist ein wichtiger Partner im Kampf gegen Betrug. Ich lobe die MariBank für ihre proaktive Zusammenarbeit mit der Polizei, die es den Behörden Singapurs und Malaysias ermöglichte, das Syndikat zu zerschlagen.“.
Korrekte Identität bedeutet nicht automatisch legitime Kontrolle
Die traditionellen Know-Your-Customer-Verfahren (KYC) ermöglichen es Unternehmen, eine Frage zu beantworten: “Haben wir die Kundendaten korrekt überprüft?” Die aktuellen Aufsichtsbehörden fordern Unternehmen jedoch auf, sich in Richtung moderner Finanzkriminalitätsanalyse zu bewegen. Diese beantwortet die Frage: “Ist der Kunde die Person, die das Konto kontrolliert?”
Es reicht möglicherweise nicht aus, lediglich zu überprüfen, ob ein Kunde tatsächlich derjenige ist, für den er sich ausgibt.
Ihre KYC-Infrastruktur mag auf den ersten Blick effektiv erscheinen. Das bedeutet, dass der Reisepass eines Kunden echt ist, seine Gesichtserkennung mit seinen Dokumenten übereinstimmt und er Sanktions- und Medienprüfungen besteht. Derselbe Kunde kann jedoch noch lange danach Teil eines Geldwäschenetzwerks sein.
Der Chief Product Officer von ComplyCube merkt an: “Die Überprüfung, ob ein Kunde tatsächlich derjenige ist, für den er sich ausgibt, reicht möglicherweise nicht aus. Regulierte Unternehmen benötigen fortlaufende Kontrollen, um nachzuweisen, dass ein Kunde weiterhin der rechtmäßige Kontoinhaber ist.”
Betrugsaufklärung als nächste wachsende Anforderung im Bereich der Geldwäschebekämpfung
Moderne KYC- und AML-Programme (Anti-Money Laundering) müssen Identitätsprüfung, laufende Überwachung und Betrugserkennung in einem einzigen Arbeitsablauf vereinen. Die SPF (State Police Force) gab nicht bekannt, welche Informationen MariBank weitergegeben hat.
Das Ergebnis deutet jedoch darauf hin, dass die Bank mehr tun konnte, als nur ein einzelnes verdächtiges Konto zu kennzeichnen. Für die Teams im Bereich Geldwäschebekämpfung und Kundenidentifizierung sollte das Ziel daher darin bestehen, über die Frage hinauszugehen, ob ein einzelner Kunde oder eine einzelne Transaktion verdächtig erscheint.
Was AML- und KYC-Teams als Nächstes tun sollten
Der Fall MariBank zeigt, dass effektive Geldwäschebekämpfung nicht mehr an der Anzahl gemeldeter Warnmeldungen oder verdächtiger Aktivitäten gemessen wird. Um die Kontrollen im Bereich Finanzkriminalität zu stärken, sollten AML- und KYC-Teams als Nächstes die folgenden drei Säulen implementieren.
1. Einführung von Geräteintelligenz-Steuerungen
Der Fall zeigte, dass das Syndikat verschiedene Mobiltelefone und Bank-Sicherheitstoken für illegale Aktivitäten nutzte. Dies unterstreicht den Bedarf an Lösungen zur Geräteanalyse, da Kundennamen und Geburtsdatum nicht bestätigen können, ob ein Konto auf demselben Gerät, mit derselben IP-Adresse und demselben Browser verwendet wird. Diese Gerätesignale können Netzwerke von Geldwäschekonten aufdecken, die von herkömmlichen Überwachungsmethoden möglicherweise übersehen werden.
2. Verhaltensbezogene KYC-Risikoindikatoren kartieren
Die Identitätsprüfung sollte nicht mit dem Onboarding enden. Tatsächlich kann sich das Risikoprofil eines Kunden auch nach diesem Zeitpunkt deutlich weiterentwickeln. Daher müssen Compliance-Teams Verhaltensabweichungen dem Risikoscore des Kunden zuordnen und gegebenenfalls eine automatisierte, erweiterte Prüfung durchführen. Beispiele hierfür sind das Überschreiten bestimmter Transaktionswerte und besonders schnelle Transaktionen.
3. Vernetzung der Teams für Geldwäschebekämpfung, Betrugsbekämpfung und Cybersicherheit
Kundenrisiken können auf verschiedene Funktionen verteilt sein. So identifizieren Cybersicherheitsteams beispielsweise kompromittierte Geräte, während Betrugsteams die Opferbetreuung übernehmen. Dies kann zu Lücken im Datenaustausch führen. Compliance-Teams sollten stattdessen integrierte Lösungen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität mit robusten APIs, SDKs und Webhooks einsetzen, um einen nahtlosen Informationsaustausch und ein einheitliches Fallmanagement zu gewährleisten.

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